
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
ja
Synonyme
Bürener Citronatsapfel
Reifezeit
Geerntet werden die Früchte etwa Mitte September bis Anfang Oktober. Ein gutes Naturlager vorausgesetzt, sind sie bis etwa November / Dezember verwendbar.
Herkunft
Der Bürener Zitronenapfel ist eine einst lokal im Altkreis Büren (südlich von Paderborn) verbreitete Herbstapfelsorte.
In den 1930er Jahren empfahl der Obst- und Gemüsebauverband für Westfalen-Lippe den „Bürener Citronatsapfel“, wie er in einem Vermerk genannt wird, dem damaligen Erwerbsobstbau für den Bezirk des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Sauerland, der die Kreise Arnsberg, Meschede, Brilon, Hagen, Iserlohn, Altena, Olpe, Siegen, Wittgenstein, Schwelm und die Höhenlagen des Kreises Büren umfasst. Unter anderem ist von der Baumschule Dinslage in Geseke bekannt, dass sie in die Sorten in den 1920er Jahren in ihrer Sortimentsliste führte.
Über den Ursprung der Sorte gibt es keine eindeutigen Zeugnisse. Nach Aussagen des Bürener Gärtnermeister Josef Hardt (2013) soll die Sorte nach mündlicher Überlieferung schon vor 200 Jahren in Büren kultiviert und von Jesuiten hier gezüchtet worden sein.
Andere Quellen behaupten eine Identität mit der in der pomologischen Literatur beschrieben, in Züllichau (heute Sulechów, Polen) entstandenen Apfelsorte Emilie Müller. Nach historischen Beschreibungen jener (heute verschollenen) Sorte handelt es sich jedoch um einen Spätwinterpapfel, so dass eine Identität mit dem Bürener Zitronenapfel eigentlich ausgeschlossen werden kann.
In den 1930er Jahren empfahl der Obst- und Gemüsebauverband für Westfalen-Lippe den „Bürener Citronatsapfel“, wie er in einem Vermerk genannt wird, dem damaligen Erwerbsobstbau für den Bezirk des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Sauerland, der die Kreise Arnsberg, Meschede, Brilon, Hagen, Iserlohn, Altena, Olpe, Siegen, Wittgenstein, Schwelm und die Höhenlagen des Kreises Büren umfasst. Unter anderem ist von der Baumschule Dinslage in Geseke bekannt, dass sie in die Sorten in den 1920er Jahren in ihrer Sortimentsliste führte.
Über den Ursprung der Sorte gibt es keine eindeutigen Zeugnisse. Nach Aussagen des Bürener Gärtnermeister Josef Hardt (2013) soll die Sorte nach mündlicher Überlieferung schon vor 200 Jahren in Büren kultiviert und von Jesuiten hier gezüchtet worden sein.
Andere Quellen behaupten eine Identität mit der in der pomologischen Literatur beschrieben, in Züllichau (heute Sulechów, Polen) entstandenen Apfelsorte Emilie Müller. Nach historischen Beschreibungen jener (heute verschollenen) Sorte handelt es sich jedoch um einen Spätwinterpapfel, so dass eine Identität mit dem Bürener Zitronenapfel eigentlich ausgeschlossen werden kann.
Verbreitung
Der Bürener Zitronenapfel war einst im Altkreis Büren, aber auch im Paderborner Land, in den Hanglagen des Haarstrangs und den östlichen Ausläufern des Sauerlandes weit verbreitet.
Heute ist die Sorte im Streuobst nur noch relativ selten zu finden – vor allem im Gebiet des Altkreises Büren, aber auch noch im Raum Paderborn / Lippstadt. Erstaunlicherweise konnte auch in der Eifel ein Altbaum der Sorte angetroffen werden. Wie er dorthin gelangt ist, ist nicht bekannt.
In einzelnen Obstbaumschulen der Region (z.B. Helfgerdt, Delbrück) ist der Bürener Zitronenapfel auch noch als Baum erhältlich. Reiser sind nur in der Region erhältlich oder im Freilichtmuseum Detmold. In den Reisermuttergärten oder der Deutschen Genbank Obst ist die Sorte nicht vertreten.
Heute ist die Sorte im Streuobst nur noch relativ selten zu finden – vor allem im Gebiet des Altkreises Büren, aber auch noch im Raum Paderborn / Lippstadt. Erstaunlicherweise konnte auch in der Eifel ein Altbaum der Sorte angetroffen werden. Wie er dorthin gelangt ist, ist nicht bekannt.
In einzelnen Obstbaumschulen der Region (z.B. Helfgerdt, Delbrück) ist der Bürener Zitronenapfel auch noch als Baum erhältlich. Reiser sind nur in der Region erhältlich oder im Freilichtmuseum Detmold. In den Reisermuttergärten oder der Deutschen Genbank Obst ist die Sorte nicht vertreten.
Frucht
Frucht mittelgroß, hochgebaut, teils eiförmig, teils abgerundet kegelförmig, öfters schief, stielbauchig, zum Kelch hin deutlich verjüngt; im Querschnitt teils 10-kantig, teils unregelmäßig kantig (eine Kante stärker als die anderen), teils oval kantig. Die Frucht ist weich bis mittelfest, deutlich druckempfindlich. Schale glatt, mattglänzend bis glänzend, nach Lagerung etwas wachsig, dünn, zart, mürbe, beim Verzehr nicht störend.
Grundfarbe am Baum weißlich grün bis gelblich grün, in der Reife satt gelb bis hell gelb. Deckfarbe meist fehlend; sofern vorhanden, sonnenseits purpurrot gehaucht (oder ganz verwaschen streifig) auf bis zu 1/4 der Frucht (eher stielseitig). Schalenpunkte klein, hell, wenig auffallend. Teils kleine Berostungen auf der Schale, seltener eine einzelne Rostlinie oder -zunge über die Frucht laufend.
Stielgrube eng, mitteltief bis tief, unregelmäßig gefurcht; Seiten steil, im Innern etwas graubräunlich berostet, vereinzelt strahlig auslaufend. Stiel sehr variabel: entweder kurz, mitteldick, nicht aus der Stielgrube ragend, aber auch gut mittellang, dünn bis mitteldick, deutlich herausragend; meist holzig.
Kelchgrube mittelweit oder eng, mitteltief, eng von 3-5 Kanten (sowie Zwischenfalten) umgeben, die als Kanten über die ganze Frucht verlaufen. Kelch mittelgroß, meist geschlossen. Blättchen im Ansatz öfters grün, die Enden buschig hochstehend.
Kelchhöhle klein, dreieckig, Staubfäden mittelhoch oder über der Mitte verwachsen. Kernhaus mittelgroß bis groß, Achse meist geöffnet oder halboffen, Core-Line mittelweit ums Kernhaus. Kernhauswände stark gerissen, variabel ohren-, bogen- oder rucksackförmig. Kerne dunkel- oder schwarzbraun, klein, kugelig, kurz, stumpf gespitzt, ca. 6-7 : 4- 4,5 mm.
Fruchtfleisch gelblich weiß bis gelblich; mittelfein, süßsäuerlich, erfrischend, nur schwaches Aroma; gering verbräunend.
Grundfarbe am Baum weißlich grün bis gelblich grün, in der Reife satt gelb bis hell gelb. Deckfarbe meist fehlend; sofern vorhanden, sonnenseits purpurrot gehaucht (oder ganz verwaschen streifig) auf bis zu 1/4 der Frucht (eher stielseitig). Schalenpunkte klein, hell, wenig auffallend. Teils kleine Berostungen auf der Schale, seltener eine einzelne Rostlinie oder -zunge über die Frucht laufend.
Stielgrube eng, mitteltief bis tief, unregelmäßig gefurcht; Seiten steil, im Innern etwas graubräunlich berostet, vereinzelt strahlig auslaufend. Stiel sehr variabel: entweder kurz, mitteldick, nicht aus der Stielgrube ragend, aber auch gut mittellang, dünn bis mitteldick, deutlich herausragend; meist holzig.
Kelchgrube mittelweit oder eng, mitteltief, eng von 3-5 Kanten (sowie Zwischenfalten) umgeben, die als Kanten über die ganze Frucht verlaufen. Kelch mittelgroß, meist geschlossen. Blättchen im Ansatz öfters grün, die Enden buschig hochstehend.
Kelchhöhle klein, dreieckig, Staubfäden mittelhoch oder über der Mitte verwachsen. Kernhaus mittelgroß bis groß, Achse meist geöffnet oder halboffen, Core-Line mittelweit ums Kernhaus. Kernhauswände stark gerissen, variabel ohren-, bogen- oder rucksackförmig. Kerne dunkel- oder schwarzbraun, klein, kugelig, kurz, stumpf gespitzt, ca. 6-7 : 4- 4,5 mm.
Fruchtfleisch gelblich weiß bis gelblich; mittelfein, süßsäuerlich, erfrischend, nur schwaches Aroma; gering verbräunend.
Baum
Der Baum des Bürener Zitronenapfels wächst in der Jugend mittelstark bis stark, mit steil winkelnden Seitenästen. Das Wachstum lässt jedoch unter dem einsetzenden Ertrag bald nach und die Sorte bildet mittelgroße Kronen mit teils hängenden Fruchtästen.
Der Bürener Zitronenapfel ist robust gegenüber Obstbaumkrebs, Mehltau und Schorf. Er ist bezüglich Standort und Boden breit anbaufähig, auch noch in Höhenlagen.
Der Baum kommt in der Jugend relativ früh in den Ertrag; er trägt dann reich und regelmäßig. Die Blüte im Frühjahr zeitigt nach lokalen Angaben eher spät, das Laub ist mittelgroß, oval, vorn gespitzt und von sattem Grün. Die Sorte ist auch ein guter Pollenspender für andere Apfelsorten derselben Blütezeit.
Foto Baum im Laub: Heike Günther, Biolog. Station Düren
Foto Baum im Winter: Claudia Schluckebier, Marsberg
Der Bürener Zitronenapfel ist robust gegenüber Obstbaumkrebs, Mehltau und Schorf. Er ist bezüglich Standort und Boden breit anbaufähig, auch noch in Höhenlagen.
Der Baum kommt in der Jugend relativ früh in den Ertrag; er trägt dann reich und regelmäßig. Die Blüte im Frühjahr zeitigt nach lokalen Angaben eher spät, das Laub ist mittelgroß, oval, vorn gespitzt und von sattem Grün. Die Sorte ist auch ein guter Pollenspender für andere Apfelsorten derselben Blütezeit.
Foto Baum im Laub: Heike Günther, Biolog. Station Düren
Foto Baum im Winter: Claudia Schluckebier, Marsberg
Verwechsler
Uhlhorns Augustkalvill, Lord Grosvenor, Lord Suffield, Grahams Jubiläum, Früher Viktoria, Bergische Schafsnase.
Anbaueignung
Als robuste und reichtragende, auch für Höhenlagen geeignete Apfelsorte könnte der Bürener Zitronenapfel – über seine Heimatregion hinaus – seinen Wert insbesondere für Streuobstpflanzungen in ungünstigen Obstbaulagen bzw. Höhenlagen erweisen. Er ist jedoch ein reiner Wirtschaftsapfel für Apfelsaft bzw. häusliche Verarbeitung.
Fruchtfotos
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Jungbaum
Literatur
Obst- und Gemüsebauverband für Westfalen-Lippe (o. Datum, ca. 1930): Merkblatt Sortenempfehlungen
Stadtarchiv Büren, M II 3, Band 2, (ohne Datum)
Kreisobstbauverband Büren (o. Datum): Die emfehlenswerten Obstsorten für den Kreis Büren in Westfalen. 3. Auflage
Schwiegershausen,. Dr. K. (1951): Das Kern- und Steinobstsortiment im Krise Lippstadt. In: Heimatblätter, Heimatbund, 32 Jg., 1951, S. 30-32
Schwiegershausen, K. (1954): Das Hochstammsortiment im Kreise Lippstadt. In: Deutsche Gartenbauwirtschaft 2, 1954, S. 94-96
Lucas, Dr. Otto (1953): Planungsgrundlagen für den Landkreis Lippstadt. Lippstadt 1953
Baumschulen Wilh. Dinslage, Geseke i. Westf. (1926) Preisliste Obstbäume/Beerenobst/Alleebäume/Rosen/Ziergehölze, Herbst 1926 / Frühjahr 1927
Lenders, Th. (1938): Anleitung zum Obstbau. 6. Ausgabe für Westfalen. Braunschweig 1938